<h3>Bündnis „Wien bleibt anders“ warnt vor Folgen geplanter Einsparungen 2027</h3>
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<p>Wien (epdÖ) – Wiener Sozialorganisationen haben vor den von der Wiener Stadtregierung für 2027 geplanten drastischen Einsparungen im Sozialbereich gewarnt und für „Reformen im Dialog“ geworben. Das Bündnis „Wien bleibt anders“, dem unter anderem die Diakonie und das Integrationshaus angehören, will angesichts knapper werdender Budgets mit der Stadt gemeinsam eine mehrjährige strategische Planung erarbeiten, um den von den Kürzungen besonders betroffenen Gruppen bedarfsgerecht helfen zu können. Dazu zählen nach Einschätzung der Organisationen insbesondere Menschen mit Behinderungen, Kinder und Jugendliche in Not, Geflüchtete sowie wohnungs- und obdachlose Menschen.</p>
<p>„Wir möchten die Qualität unseres sozialen Netzes erhalten“, betonte Bündnis-Sprecher Robert Mittermair bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 7. Oktober. So sei in Gesprächen von einem dreistelligen Millionenbetrag die Rede gewesen, den der Fonds Soziales Wien einsparen müsse. Viele Sozialorganisationen stünden bereits jetzt stark unter Druck, hieß es seitens der Hilfsorganisationen. Fehlende Finanzierungszusagen gefährdeten zudem wichtige neue Projekte. Weniger Angebote bedeuteten weniger Unterstützung für Menschen mit Behinderungen sowie für Kinder und Jugendliche in Not, geringere Integrationschancen für Geflüchtete und mehr Wohnungs- und Obdachlosigkeit.</p>
<h3>Kurzfristiges Sparen langfristig teuer</h3>
<p>Die Folgen von Kürzungen würden oft erst nach Monaten oder Jahren sichtbar, warnten die Organisationen. Jugendliche drohten abzurutschen, Menschen mit psychischen Erkrankungen könnten häufiger in der stationären Psychiatrie oder im Maßnahmenvollzug landen. Menschen mit Behinderungen könnten ihre Selbstständigkeit verlieren und in die Pflege kommen. Auch der Verlust der Mindestsicherung könne zu Wohnungsverlust führen. Auch in der Kinder- und Jugendhilfe fehlten Fachpersonal und Betreuungsplätze für akute Notlagen. Gleichzeitig stiegen Bedarf und Gefährdungsmeldungen.</p>
<p>Die Angebote der Flüchtlingshilfe unterstützen Menschen, die bereits in Wien leben, Deutsch lernen, eine Ausbildung absolvieren oder arbeiten. „Wir tragen jeden Tag dazu bei, dass Integration gelingt, Konflikte vermieden werden und Menschen rasch ihren Platz in unserer Gesellschaft finden. Wer diese Strukturen schwächt, spart kurzfristig Geld, gefährdet aber langfristig den sozialen Zusammenhalt“, warnte Martin Wurzenrainer vom Integrationshaus für die Organisationen aus dem Bereich Flüchtlingshilfe.</p>
<h3>Strukturreform gefordert</h3>
<p>Es brauche daher dringend einen Prozess struktureller Reformen, um wichtige Bedarfe von Menschen sicherzustellen, die darauf angewiesen sind, betonte Mittermair. Potenziale sehen die Organisationen besonders in der Prävention und an den Schnittstellen zwischen Fachbereichen: etwa zwischen Behindertenhilfe und Pflege oder zwischen Flüchtlingshilfe und Wohnungslosenhilfe.</p>