<h3>Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa lud zu Treffen nach Tallinn</h3>
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<p>Tallinn/Wien (epdÖ) – Wie kann christlicher Glaube in Europas zunehmend säkularen und vielfältigen Gesellschaften an die nächste Generation weitergegeben werden? Dieser Frage widmete sich das 5. Europäische Treffen der Synodalen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). Vom 1. bis 4. Oktober kamen dazu rund 70 Synodale aus Mitgliedskirchen von Irland über Österreich bis Griechenland in der estnischen Hauptstadt Tallinn zusammen. Als Gastgeberin fungierte die Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche (EELK).</p>
<p>Im Mittelpunkt stand die Frage, wie aus überliefertem Glauben weiter gelebter Glaube werden kann. „Glaube lässt sich nicht wie ein fertiges Paket an die nächste Generation übergeben“, so GEKE-Generalsekretärin Susanne Schenk. „Er wird lebendig, wenn Menschen ihn teilen, Fragen zulassen und gemeinsam neue Ausdrucksformen finden. Die Erfahrungen unserer Kirchen in Europa sind unterschiedlich – gerade deshalb können wir viel voneinander lernen.“ Das Treffen der Synodalen, also Vertreter:innen der zentralen Leitungsgremien evangelischer Kirchen, in Tallinn ist für Schenk „ein Zeichen der Zuversicht und der Verbundenheit mit den Kirchen in dieser Region Europas“.</p>
<h3>Mit dabei: Drei Synodale aus Österreich</h3>
<p>Aus Österreich mit dabei waren Synodenpräsidentin Ingrid Monjencs (Präsidentin der Generalsynode und der Synode A.B.), Thomas Urbas (Vizepräsident der Synode A.B.) sowie Georg Jünger (Vorsitzender der Synode H.B.). „In den Arbeitsgruppen wurde durch zum Teil sehr persönliche Berichte aus der jeweils eigenen Glaubensgeschichte, aber auch aus den Erfahrungen in Kindergärten, Schulen und Gemeinden deutlich, wie wichtig es ist, schon kleine Kinder und später Jugendliche mit Glaube, Bibel/Evangelium, Kirche in Kontakt zu bringen“, blickt Monjencs auf die Tagung zurück. Auch wenn die Wege dorthin durchaus unterschiedlich seien: „Wichtig ist, DASS es passiert“, betont die österreichische Synodenpräsidentin, die bei der Tagung auch Arbeitsgruppen leitete. Auch wenn diese Erkenntnisse nicht neu seien, empfand sie es „in dieser eindeutigen und geballten Form quer durch die Mitgliedskirchen der GEKE als durchaus aufrüttelnd, Maßnahmen und Schwerpunkte in unseren Kirchen verstärkt darauf abzustimmen“.</p>
<p>Auf die Delegierten wartete ein vielfältiges und inspirierendes Programm. So gab es die Besichtigung von zwei Projekten der EELK: dem Peeteli Zentrum (entstanden am Ende der Sowjetzeit, als obdachlose, verlassene Kinder in verwahrlosten Häusern und sogar in der Kanalisation aufgefunden wurden) und der Kaarli Schule (einer dezidiert christlichen Schule in einem, speziell nach der Sowjetzeit, extrem säkularisierten gesellschaftlichen Umfeld).</p>
<p>Darüber hinaus wurden sieben missionale Projekte aus Europa präsentiert, darunter „Leuchträume des Evangeliums“ aus dem österreichischen Projekt „Aus dem Evangelium leben“, vorgestellt durch Thomas Urbas. Auch in Gruppenarbeiten unter dem Titel „Weitergabe des Glaubens“ wurde das Generalthema „Den Glauben an die nächste Generation weitergeben“ vertieft. Nicht zuletzt trug ein festliches Gottesdienstprogramm, etwa im Tallinner Dom mit Erzbischof Urmas Viilma, zum inspirierenden internationalen Miteinander der Teilnehmenden bei.</p>
<h3>Über die GEKE</h3>
<p>Der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa gehören 96 lutherische, reformierte, unierte und methodistische Kirchen an. Sie repräsentiert rund 40 Millionen Protestantinnen und Protestanten in Europa und darüber hinaus. Ihren Sitz hat sie seit 2007 in Wien.</p>