WeG: Christlicher Nationalismus ist mit Evangelium unvereinbar

<h3>Todjeras: Mission als Einladung, Dialog und Dienst in Freiheit</h3>
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<p>Wels (epdÖ) – „Christlicher Nationalismus ist mit dem Evangelium unvereinbar.“ Das hält das Werk für Evangelisation und Gemeindeaufbau (WeG) in der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich in einer aktuellen Stellungnahme fest. „Mission darf niemals Menschen vereinnahmen. Sie ist Einladung, Dialog und Dienst – in Achtung vor der Freiheit und Würde jedes Menschen“, erklärt WeG-Rektor Patrick Todjeras. Gerade wer öffentlich vom Evangelium spreche, „muss widersprechen, wenn christliche Begriffe für Feindbilder, Ausgrenzung oder autoritäre Machtansprüche benutzt werden“.</p>
<p>Mit dieser Stellungnahme nimmt das Werk für Evangelisation und Gemeindeaufbau einen Impuls der in Berlin ansässigen Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienst (AMD) gegen die Instrumentalisierung des christlichen Glaubens auf und integriert ihn nun in die eigene Arbeit. Der AMD-Vertrauensrat hatte am 16. Juni unter dem Titel „Den Raum für Mission offenhalten“ vor Versuchen gewarnt, christlichen Glauben, religiöse Sprache und ethische Debatten für nationalistische, autoritäre oder kulturkämpferische Interessen zu vereinnahmen. </p>
<p>Wie Todjeras weiter ausführt, habe nach Beratungen in den Gremien der Vorstand des WeG nun beschlossen: „Das WeG hält den Raum für Mission offen: frei, evangeliumsgemäß, menschenwürdig, respektvoll und unverfügbar für parteipolitische oder kulturkämpferische Vereinnahmung.“ Die Grundlinien des Impulses werden als „verbindliche Orientierung für Kommunikation, Kooperationen, Veranstaltungen und Bildungsarbeit aufgenommen“. </p>
<p>Für die praktische Arbeit hat das WeG Kriterien zur Unterscheidung entwickelt. Kooperationen, öffentliche Aussagen und Veranstaltungen sollen künftig insbesondere daraufhin geprüft werden, ob sie die Würde aller Menschen achten, Religionsfreiheit für alle vertreten und Demokratie sowie Rechtsstaatlichkeit bejahen. Rassistischen, antisemitischen, verschwörungsideologischen, autoritären und menschenverachtenden Positionen erteilt das Werk eine klare Absage. </p>
<p>„Wir wollen Menschen gewinnen, nicht Lager bilden – das Evangelium bezeugen, nicht Identitätspolitik religiös überhöhen“, betont Todjeras. Das WeG verstehe die Aneignung des AMD-Impulses als fortlaufenden Lernprozess. In Bildungsformaten und internen Abläufen soll die Fähigkeit gestärkt werden, missionarisch klar und zugleich dialogisch, respektvoll und selbstkritisch zu handeln. </p>
<p>Das Werk will dabei auch die Ambivalenz des Missionsbegriffs ernst nehmen. Mission sei historisch immer wieder mit Macht, kultureller Überlegenheit und Zwang verbunden worden. Diese Geschichte verpflichte zu theologischer Selbstkritik. „Das WeG versteht Mission deshalb als Teilhabe an Gottes liebevoller Bewegung zur Welt: als glaubwürdiges Zeugnis, offene Einladung, lernbereiten Dialog und Dienst am Mitmenschen“, sagt Todjeras. Dazu gehöre ausdrücklich die Freiheit, eine Einladung abzulehnen oder anders zu glauben. </p>
<p>Das WeG stehe damit auch in der Rezeptionslinie des Lutherischen Weltbundes und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) – beides Kirchengemeinschaften, denen die Evangelische Kirche A.B. in Österreich angehört. </p>
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<strong>Zum WeG:</strong></p>
<p>Das Werk für Evangelisation und Gemeindeaufbau unterstützt Gemeinden und Initiativen in der Evangelischen Kirche in Österreich dabei, aus dem Evangelium zu leben, Glauben verständlich zu kommunizieren und neue Formen kirchlichen Lebens zu entwickeln.</p>
<p>Die Stellungnahme im vollen Wortlaut <a href="https://eundg.at/wp-content/uploads/2026/09/WeG-Stellungnahme_Christl.-… Sie hier</a>.<br />
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