<h3>Leitungswechsel bei der Herbstkonferenz in Salzburg</h3>
<p><span id="more-216762"></span></p>
<p>Salzburg / Wien (epdÖ) – Im Zuge ihrer Herbstkonferenz hat die Evangelische Frauenarbeit in Österreich (EFA) einen Leitungswechsel vollzogen: Auf die langjährige Direktorin Gerti Rohrmoser folgt Sabine Hartmann als neue Geschäftsführerin. Die Tagung im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg vom 2. bis 4. Oktober stand unter dem Thema „Prüfet alles und behaltet das Gute“. Besucht wurde sie von 29 Frauen aus allen Diözesen des Landes (Vorsitzende der EFA in den Diözesen, Mitglieder des gesamtösterreichischen Leitungsteams und evangelische Frauen aus unterschiedlichen Gemeinden und Frauenorganisationen).</p>
<p>Welche neuen Wege kann die Evangelische Frauenarbeit gehen? Und wie helfen Methoden aus Innovationsprozessen dabei, etwas anders oder tatsächlich noch besser zu machen? Diesen Fragen gingen die Teilnehmerinnen gemeinsam nach – mit neuen Impulsen, praktischem Ausprobieren und viel Raum für Austausch. Anregungen lieferten die Referate von Maria Schulenburg (AEBW und Brot für die Welt) mit dem Titel „Was trägt. Was wächst. Was wir bewegen. Evangelische Bildungsarbeit zwischen Wandel und Engagement“ sowie von Albert Brandstätter (WeG) unter dem Titel „Gemeinsam Schritte ins Neue wagen – Veränderungen und Innovation anstoßen“.</p>
<h3>Bachler über Rohrmoser: „Persönliche Handschrift hinterlassen“</h3>
<p>Im Rahmen eines Gottesdienstes verabschiedete Oberkirchenrätin Ingrid Bachler zusammen mit den EFA-Frauen die bisherige Direktorin und begrüßte die neue Geschäftsführerin. Rohrmoser habe in ihrer zehnjährigen Amtszeit nicht nur vieles bewegt, sondern auch ihre „ganz persönliche Handschrift hinterlassen“, sagte Bachler und dankte für „deine Zeit, dein Engagement, deine Ideen und dein Herzblut“. Rohrmoser habe die Evangelische Frauenarbeit geprägt, etwa durch das neue Leitbild, das in ihrer Amtszeit entstanden ist. Dieses, so Bachler, „beschreibt nicht nur, wofür die Evangelische Frauenarbeit steht, sondern gibt ihr auch Orientierung für die Zukunft“. Und sie danke Rohrmoser auch für deren „Abschiedsgeschenk“: die neue Homepage, „die noch mehr Sichtbarkeit für die Frauenarbeit bringt“.</p>
<p>In ihrer Predigt befasste sich Bachler mit dem bekannten Gleichnis vom Sämann im Markusevangelium. „Guter Boden ist nicht der Boden, auf dem alle gleich aussehen“, so Bachler, sondern „guter Boden ist der Boden, auf dem etwas wachsen darf. Und vielleicht brauchen wir Frauen genau das: einen Ort, wie z.B. die Evangelische Frauenarbeit in Österreich und in unseren Pfarrgemeinden, an dem Frauen wachsen dürfen. Wo Frauen Angebote zum Wachsen finden.“</p>
<h3>Hartmann: „Triebfeder für neue Initiativen und Pläne“</h3>
<p>„Ich möchte aus meinen Erfahrungen schöpfen, um die Gemeinschaft der EFA in ihren Stärken zu stützen und eine Triebfeder für neue Initiativen und Pläne zu sein“, sagt Sabine Hartmann zu ihren Zielen als neue EFA-Geschäftsführerin. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte und Archäologie war Sabine Hartmann als digitale Kulturerbe-Expertin, Programmiererin und Business Analystin in mehreren europäischen Ländern beruflich aktiv. Ehrenamtlich engagiert sie sich in der evangelischen Pfarrgemeinde Währing und Hernals. Hartmann unterstreicht, „dass Frauenarbeit heute heißt, Räume zu schaffen, in denen Stimmen gehört werden – unabhängig von Herkunft, Alter oder Kompetenz.“ Sie glaube an das Gute im Menschen und daran, dass Veränderung möglich ist. „Für mich beginnt sie dort, wo wir uns entscheiden, neue Wege zu gehen und den Mut haben, den ersten Schritt zu machen“, betont die neue Geschäftsführerin.</p>
<h3>Rohrmoser: Frauen halten Gemeinden zusammen</h3>
<p>Als Fazit ihrer Amtszeit verwies Gerti Rohrmoser auf die vielfältigen, wichtigen Tätigkeiten und Aufgabenbereiche von Frauen in den Kirchengemeinden. „Sie kommen zum Gottesdienst, gestalten Gemeindeleben, organisieren Feste und Basare, kochen Kaffee, sammeln Geld und ermöglichen mit dem Erlös so manches Projekt, für das sonst die Mittel fehlen“, erklärte Rohrmoser. Aber vor allem täten sie etwas, für das die scheidende Direktorin irgendwann ihr eigenes Wort gefunden habe, nämlich „Mikrodiakonie“. Rohrmoser: „Sie merken, wenn Frau X schon den zweiten Sonntag nicht da ist. Sie wissen, wer krank ist, wer gerade eine böse Scheidung durchmacht, bei wem das Geld knapp ist und wessen Kind Sorgen macht. Meist ohne großes Aufheben. Und ganz sicher ohne Strategiepapier. Frauen halten Gemeinden zusammen.“</p>
<p><a href="http://www.frauen-evang.at">www.frauen-evang.at</a></p>
<p> </p>
<p> </p>