<h3>Superintendentur würdigt ihre „feinsinnige Art im menschlichen Umgang“</h3>
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<p>Wien (epdÖ) – Die ehemalige Wiener Superintendentialkuratorin Inge Troch kam im 86. Lebensjahr beim Einsturz ihres Wohnhauses im ersten Wiener Gemeindebezirk am Sonntag, 20. September, ums Leben. „Nach Tagen und Stunden des Bangens und Hoffens, der Gebete und innigen Gedanken ist es leider traurige Gewissheit: Inge ist nicht mehr unter uns und hat das tragische Ereignis nicht überlebt“, heißt es in einer Würdigung der Superintendentur Wien, gezeichnet von Superintendent Matthias Geist, Superintendentialkuratorin Petra Mandl sowie dem Wiener Superintendenten i.R. Hansjörg Lein.</p>
<p>Troch war in ihrer Pfarrgemeinde A.B. Wien-Innere Stadt (Lutherische Stadtkirche) als langjährige Schatzmeisterin tätig, von 1982 bis 2006 im Presbyterium. Von 2006 bis 2018 wirkte sie als Superintendentialkuratorin der Superintendenz A.B. Wien und damit verbunden auch in gesamtkirchlicher Verantwortung als Synodale. Ihr Wirken in Wien umfasste viele Visitationen und vor allem Gemeindebesuche, aber auch zahlreiche persönliche, immer wertschätzende Begegnungen, nicht zuletzt in sozialen und seelsorgerlichen Bereichen.</p>
<p>„Wir werden sie unendlich vermissen als die, die sie uns immer war: eine aufrichtige, zutiefst im Glauben verwurzelte Wegbegleiterin“, heißt es in dem Nachruf weiter. „Der Klang ihrer Stimme, ihre feinsinnige Art im menschlichen Umgang, ihre kritischen, aber immer hilfreichen Fragen und die Nachhaltigkeit ihres Zuspruchs haben gerade auch uns gestärkt und getröstet und werden uns immer in Erinnerung bleiben“, würdigen Geist, Mandl und Lein die Verstorbene.</p>
<p>Auch die Erzdiözese Wien und im Besonderen das Vikariat Wien-Stadt würdigten in einer ersten Stellungnahme Troch. Bischofsvikar Dariusz Schutzki: „Inge war eine großartige Frau, immer unterwegs, immer agil und kommunikativ. Ich habe sie als Partnerin in verschiedenen Zusammenhängen kennen und schätzen gelernt. Sie wird uns abgehen!“</p>
<h3>Große Anteilnahme</h3>
<p>Zahlreiche Vertreter:innen der Evangelischen Kirche zeigten große Anteilnahme am Tod Trochs.</p>
<p>So schreibt etwa der frühere langjährige Synodenpräsident Peter Krömer dem Evangelischen Pressedienst: „Mit Frau Universitätsprofessorin em. Dr. Inge Troch verlieren die Evangelischen Kirchen in Österreich eine der profiliertesten, ehrenamtlichen Mitarbeiterin. Als Wissenschaftlerin hatte sie stets einen Blick in die Zukunft mit den sich daraus ergebenden notwendigen Änderungen im Bereich ihrer Kirche. Sie brachte viele Ideen und Vorschläge für die entsprechenden notwendigen Strukturänderungen im Bereich der Evangelischen Kirchen in Österreich ein. Nach dem ab 2012 im Bereich der Kirche A.B. und Landeskirche gewisse grundsätzliche, wesentliche Änderungen in der Kirchenverfassung in Kraft treten, war sie eine jener Mitglieder der Synode A.B. sowie Generalsynode, die auf die strikte Umsetzung der beschlossenen Reformen in einer freundlichen Beharrlichkeit drängten, dies zur Freude des Präsidiums der Synode A.B. und Generalsynode. Die Evangelischen Kirchen in Österreich dürfen dankbar auf den Dienst von Frau Univ.-Prof. em. Dr. Inge Troch zurückblicken und Gott, dem Herrn, für sie danken.“</p>
<p>Die Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B., Cornelia Richter, schreibt auf Social Media: „Gott sei Dank durfte ich Inge Troch gerade noch kennenlernen. Eine wahrlich beeindruckende Frau, der unsere Kirche so viel verdankt.“</p>
<p>Der ehemalige lutherische Bischof Michael Chalupka postete auf Facebook: „Bin traurig, erschüttert und dankbar für die bereichernde Zusammenarbeit über viele Jahre.“</p>
<p>Sein Vorgänger, der ehemalige Bischof Michael Bünker, erinnerte in seinem Gedenken an eine Laudatio, die er vor zehn Jahren – damals als amtierender Bischof – zu Inge Trochs 75. Geburtstag hielt. Damals betonte er, dass der Kirche ohne Inge Troch Wichtiges fehlen würde, etwa „die Erfahrung einer gestandenen – durch leidenschaftliches Gehen gestandenen – Protestantin und die Kompetenz einer renommierten Naturwissenschafterin“. Und weiter: „Weit mehr als die Hälfte Ihrer Lebenszeit haben Sie als Ehrenamtliche für Ihre Kirche gearbeitet und meistens waren es herausfordernde und verantwortungsvolle Aufgaben, zu denen Sie sich berufen wussten und für die Sie sich bereit erklärten“, so Bünker bei seiner Laudatio im Jahr 2016.</p>
<p>Wolfgang Ernst, Rektor der Diakonie Eine Welt, verwies in einem Facebook-Posting auf Trochs soziales Engagement: „Inge Troch war eine bemerkenswerte und bewundernswerte Frau im evangelischen Wien, die sich über Jahrzehnte und in unzähligen Funktionen für die Kirche und die Diakonie eingesetzt hat. Auch in der Diakonie Eine Welt war sie segensreich tätig, etwa als Aufsichtsrätin und stv. Vorsitzende sowie als Kuratoriumsmitglied des Schulwerks. Sie hat wichtige Veränderungsprozesse begleitet und war damit vor allem eines: eine treue Freundin und streitbare Unterstützerin und Hoffnungsträgerin.“</p>
<h3>Berufliches sowie Tätigkeiten in der Synode</h3>
<p>Inge Troch wurde im Februar 1941 in Wien geboren. Nach dem Studium an der TU Wien war sie von 1974 bis zu ihrer Pensionierung 2006 dort als Universitätsprofessorin für Regelungsmathematik tätig. Als anerkannte Wissenschaftlerin leistete sie weltweit Pionierarbeit in der Regelungstechnik und -mathematik.</p>
<p>Nach ihrer Pensionierung war Troch als Superintendentialkuratorin von 2006 bis 2018 auch in der Synode A.B. sowie der Generalsynode tätig. Hier war sie Mitglied unter anderem in der Finanzkommission, der Kirchenentwicklungskommission und im Theologischen Ausschuss.</p>